Wie alles anfing...- ein kurzer Abriß
Der schöne Bodensee, günstig am Drei-Länder-Eck Deutschland-Österreich-Schweiz gelegen, war 1989 die “Erste Versuchung” für meine Schwester Regina und mich. Kaum Geld im Beutel (ich stand in Ausbildung), aber wir ließen es uns gut gehen. Die Ausgaben glichen wir durch “Wild-Campen” immer wieder etwas aus. Diese Tour war ein gelungener Startschuß. Bereits hier entstand die Idee, mit dem Radl ans Meer zu fahren. Wie wärs mit Jugoslawien ? Spontan war beschlossen: Nächstes Jahr geht`s dorthin ! Zuhause natürlich große Skepsis und tausend Vorurteile und Warnungen: So weit, ins Ausland, zwei Frauen allein, Wind & Wetter und blablabla. Aber das half natürlich alles nichts
Eines Morgens im Jahr 1990, frühs um 5.30 Uhr fiel der Startschuß. Bereits am 7.Tag erreichten wir die jugoslawische Grenze., am 9.Tag erblickten wir in Rijeka unser Ziel-das Meer ! Das mußte per Postkarte zuhause jeder wissen. Wenige Tage später fand die Tour durch einen Achsenbruch aber ein jähes Ende. Eine Reparatur war leider nicht möglich. Als wir uns um die Rückreise per Zug kümmerten, wurde uns erst einmal bewußt, wie weit wir in den vier Wochen geradelt waren. Auf die ewigen Stunden in einem Zug hatten wir absolut keine Lust. So flogen wir kurzerhand zurück, unsere Räder erwarteten uns in München bereits. Diese erste große Tour durchlebe ich noch heute in meinen Gedanken sehr intensiv.
1991 zog es uns dann gen Westen nach Frankreich. Zuhause mußten wir uns nun nicht mehr verteidigen oder rechtfertigen. Leider begleitete uns schlechtes, stürmisches Wetter. Tägliche Pannen machten es zusätzlich schwer, vorwärts zu kommen. Wir radelten weiter in der Hoffnung auf besseres Wetter. Aber wir waren irgendwann völlig durchnäßt und todmüde. Wir hatten die Nase gestrichen voll und entschlossen uns, ein Stück mit dem Zug zu fahren. Innerlich aber waren wir unzufrieden, diese Strecke nicht geradelt zu sein. Im Süden erwartete uns glücklicherweise besseres Wetter.
Wenig später heiratete meine Schwester, und die gemeinsamen Touren blieben im kleineren Rahmen (Deutschland, Schweiz, Italien). In den Alpen entdeckte ich für mich die Faszination der Berge. So war es nur eine Frage der Zeit, einmal allein hinauszuziehen.
In der Folgezeit zog ich immer öfter allein mit meinem Rad los, um Alpenpässe zu erklimmen. Schließlich zog es mich im Jahr 2000 nach Südtirol. Besonders das Timmelsjoch reizte mich, also steuerte ich diesen Paß auf meinem Heimweg an.
So schön alle meine Touren waren - ich hatte immer das Gefühl, zu wenig Zeit zu haben. So nährte sich der Wunsch, einmal mit viel Zeit von Land zu Land radeln und die Natur und die Menschen besser kennenlernen zu können.
Einmal ans andere Ende der Welt radeln...

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